Worst Case Szenario..! Warum wir immer vom Schlimmsten ausgehen.

 

Worst Case Szenario..!

 

"Ich gehe immer erstmal vom Schlimmsten aus, dann bin ich hinterher nicht enttäuscht."

Diese Aussage begegnete mir mehrmals in den letzten Wochen und ich war erstaunt, dass man freiwillig vorab seine Zeit mit negativen Gedanken verbringt, ohne dass auch nur das geringste real geschehen ist, was das Verhalten rechtfertigen würde, welches hier präsentiert wird.

Warum ist man dazu geneigt, tendenziell oder gar grundsätzlich, gedanklich wie emotional dem Worst Case Szenario schonmal den roten Teppich auszubreiten, wenn es um Entscheidungen geht, auf welche man selbst keinen Einfluss hat..?

In früheren Jahrhunderten war es nicht unüblich die Überbringer schlechter Nachrichten einfach zu enthaupten. Der Bote wurde mit der schlechten Nachricht identifiziert und somit zur Verantwortung gezogen.

Heute müssen wir eigenverantwortlich mit den Konsequenzen unseres Tuns leben und auch die ein oder andere Schmach ertragen, wenn das Ergebnis nicht den erhofften Erwartungen entspricht.

Aber Moment..! ☝️ Hätte sich da nicht eine Art Schutzfunktion eingenistet, die unserem Ego das Popöchen pudert und uns dadurch solche Niederlagen besser verschmerzen lässt.

Dieser vermeintliche Schutzmechanismus, sich mental schonmal auf den ungünstigsten Ausgang einer Angelegenheit vorzubereiten um hinterher keine Enttäuschung zu erleben, richtet jedoch mehr Schaden an als dass er Nutzen bringt.

Ähnlich, wie wir es bereits z.B. vom

👉Hindsightbias

kennen, welcher unser Ego tröstet, indem er in der Rückschau einfach Realitäten zu unseren Gunsten verzerrt, wenn wir es mal wieder verkackt haben, geht es im Grunde nur darum, hinterher sagen zu können "Ich hab's doch gewusst..!". Das gibt uns doch noch einen letzten Funken Kontrolle zurück.

Unser Ego ist ein Weltmeister im Denkmuster stricken..! Das muss nämlich nur ein einziges Mal klappen und - traraaa - schon fühlt es sich bestätigt und wird uns dieses Vorgehen in alle Ewigkeit servieren, da uns schlechte Erfahrungen viel stärker prägen als positive.
Gestärkt wird hier allerdings lediglich unsere negative Grundhaltung.

Somit beanspruchen wir in unserem Leben viel zuviel unnötige Zeit mit negativen Gedanken nämlich auch dann, wenn die Ergebnisse wider Erwarten POSITIV für uns ausgehen.

Wenn wir zukünftig auch nicht immer die Best-Case-Variante erreichen, kann dennoch eine gesunde Selbstreflexion des eigenen Denkens und des eigenen Verhaltens dabei helfen, solche Selbstzweifel zu verwerfen und das Vertrauen in sich selbst und in sein Können und Tun zu stärken.

 

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