Scheiss Wessi..!

 „Scheiss Wessi…!“

– huiiii, ein spannendes, aber auch lehrreiches Jahr neigt sich dem Ende und ich bin für dieses Jahr unendlich dankbar. Mit all seinen Höhen und ja – den Tiefen.

Jedoch habe ich mich in diesem Jahr im Rahmen, sagen wir mal: „sozialer Projekte“ mit Tiefen anderer Art beschäftigt. Mit den Tiefen des menschlichen Verhaltens.

Je mehr ich mich den bodenlosen Abgründen des menschlichen Verstandes, und damit seinem Verhalten, genähert habe umso dankbarer bin ich – über mich selbst.

Im letzten Jahr habe ich mich weitgehend mit dem Ego beschäftigt, ja, auch mit meinem eigenen… Und wenn man sich mal losgelöst hat von seinem eigenen Ego, dann kann man beinahe täglich ein Theaterstück im sozialen Umfeld beobachten. Eine Art Tragikomödie, die bei all der Tragik eben noch komische Bestandteile enthält, die der täglichen Darbietung für mich noch etwas drolliges verleiht, etwa wie Marionetten-Püppchen, deren Köpfchen immer so lustig runterhängen, aber dank der Fäden wiegen sie sich in Sicherheit…

Das ist oft schwierig, aber auch irgendwie erleichternd. Es zeigt auf, wie weit man doch schon in seiner persönlichen Entwicklung ist und andererseits macht es auch traurig, warum so viele Menschen tagtäglich jedesmal aufs neue Ihrem eigenen Ego aufsitzen und geradezu mit ihm im Galopp durchs Leben reiten und nicht begreifen, dass gerade ein sturer Gaul ihnen die Richtung vorgibt, der – leider nichts für sie tut.

 

Ich begegnete VorURTEILen, Knechten des sozialen Vergleichs,

des Systems und Knechten der Glaubenssätze, deren Verankerungen schon längst zu Traditionen verkommen sind und – hoffentlich – dann doch nicht der nächsten Generation weitergereicht werden, denn: es war ja schon immer so.

Ich begegnete längst veralteten Ost-West-Klischees, dem „Besserwessi“, dem „Jammerossi“, hellwach und immer parat im Ego-Köpfchen, fein gefüttert, damit das Belohnungszentrum wenigstens von irgendwoher Bestätigung bekommt, in der staubig grauen Trostlosigkeit, die lediglich durch Fußball oder Eishockey an Farbe gewinnt.

Ich begegnete völligem Unverständnis, wie man ohne Fernseher, ohne Versicherungen leben könne und Geld einfach nur als das sieht was es ist: Geld – ohne jegliche Bedeutung.

„Geld muss man nicht verdienen. Es sei denn, man ist davon überzeugt.“ (Verfasser mir leider unbekannt)

Ich begegnete unglaublich schimpfenden Menschen, aus denen kein einziges positives, gutes Wort entsprang. Menschen, so voller Groll, dass der ganze Körper beim Schimpfen mit beteiligt war, soviel tiefste Emotionen und Überzeugungen mussten mit raus. Da wackelte der ganze Oberkörper mit und polterte auf den Tisch, der Oberkörper wippte immernoch weiter nach vorn obwohl der Dialog bereits geendet hatte, es polterte innerlich wohl noch weiter..! Aber wozu..???!

Ich begegnete Menschen, die keinen Lebensinhalt haben, wenn sie nicht etwas leisten. Menschen, die sich ausschließlich über Leistung/Perfektion definieren und dieses überaus diszipliniert an ihre Kinder weitergeben. 

Kurios..!

 

Aber ich hatte auch wundervolle Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen.

Gerade das letzte Quartal belohnte mich mit außergewöhnlich herzlichen Menschen, die das Herz am richtigen Fleck haben und die sich nicht scheuten Freundlichkeit und Zuneigung zu zeigen. Authentische Menschen, die sich mit sich und der Welt beschäftigt haben. Oder auch noch suchende Menschen, die noch am Anfang ihrer Reise stehen. Menschen, die lächelten, ehrlich lächelten. Menschen, die verstanden haben, wie wichtig ihre Lebenszeit ist und dass Zeit letztlich die einzige Währung ist, mit der wir handeln.

Für diese und auch für all die anderen Begegnungen bin ich dankbar. Für die warmherzigen Menschen und auch für die ego-gesteuerten Brummbären. Ich wachse, Dank euch und hoffe, noch ganz vielen von euch begegnen zu dürfen.

DANKE..!

 

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