Schadenfreude und Mobbing

 

Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal über

          👉 Schadenfreude 👈

berichtet und zufällig vor ein paar Tagen eine kurze Unterhaltung zu diesem Thema.

Als ich die eigentliche Bedeutung erwähnte, nämlich [die Haltung über das Missgeschick/Unglück eines anderen Freude zu empfinden] und anschloss, dass es (laut Schopenhauer) mit eine der grausamsten Eigenschaften des Menschen sei, meinte mein Gesprächspartner: "aber wenn jemand mal stolpert, oder so, dann kann man doch mal lachen - machen wir doch alle."

Das "machen wir doch alle", eine Generalisierung, so müsste man ja alle kennen - das halte ich für ausgeschlossen, aber bleiben wir bei der diskutierbaren Wahrnehmung "aber wenn jemand mal stolpert, dann kann man doch mal lachen und das wird der andere vermutlich verstehen, peinlich finden, aber verstehen und evtl. sogar ebenso lustig finden."

Richtig, da kann man mal lachen. Das ist aber nicht ausschließlich die Eigenschaft der Schadenfreude, denn Schopenhauer zieht "Grausamkeit" hinzu und so erschließt sich vielleicht mein Gedankengang, wenn wir uns mal fragen:

Wo ist die Schadenfreude eigentlich bei Mobbing angesiedelt..? Ist das nicht ein "Start" für späteres Mobbing und ab wann ist die Schadenfreude, die der "Gegner" empfindet für das "Opfer" nicht mehr lustig und wer darf das dann entscheiden, dass man da doch mal drüber lachen kann weil es alle machen..?Und bekommst du das dann mit, dass dein Gegenüber das nicht lustig findet..?

Was wenn er vor dir entschieden hat, dass er das nicht lustig findet..? Ist ER dann die Spaßbremse..? Woher weißt du, wo die Grenze bei deinem Gegenüber ist..? Nach DEINEM Empfinden..? Wer entscheidet, wann es deinem Gegenüber weh tut..?

Und wenn es eine Gruppe ist, die sich über den Stolperer lustig macht, dem jetzt auch noch was runtergefallen ist, kannst du dich der Psychologie der Gruppe entziehen..?

Ich finde das sehr spannend und freue mich eure Meinungen und vielleicht auch persönliche Erfahrungen zu lesen.

 

3 Gedanken zu „Schadenfreude und Mobbing

  1. Ich denke mal, jeder empfindet ab und an gegenüber einem nicht sympathischen Menschen sowas wie „Schadenfreude“. Es ist m.M. nach auch immer individuell zu analysieren. Steckt denn z.B. „Grausamkeit“ dahinter, wenn Jemand, der anderen eine Grube gräbt, selbst hineinfällt? Oder wenn Menschen, die andere runter machen einfach mal selbst auf die Schnauze fliegen? Ist dann die empfundene Schadenfreude wirklich „Grausam“? Oder nicht auch ein natürliche und emotionale Reaktion?! 😉 Meine Gedanken dazu. lg Nadine von Nanniswelt.

    1. Hallo liebe Nadine..!
      Du hast vollkommen Recht..! Wenn du meinem Link zu meinem Beitrag „Schadenfreude“ im ersten Satz folgst, kannst du genau das lesen. Es ist tatsächlich eine Art natürliche Schutzfunktion. Hier, in diesem Beitrag geht es um den Gedanken, die Freude über das Leid eines anderen als Mobbing-Werkzeug einzusetzen. Meinen Gedanken an dich: wenn du jemanden unsympathisch findest, ist das dann sein Problem..? 😉 LG

      1. Gute Frage ☺. Das ich vielleicht jemanden unsymphatisch finden könnte, war eine nette Umschreibung! Mir geht es eher so, dass ich wirklich echte Schadenfreude nur dann empfinde, wenn ich weiß, dass es sich um einen schlechten Menschen handelt, dem Schlechteres wiederfährt.

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